Hardy Ecke
Der Schulfreund
155 x 80 cm
Hardy Ecke
Zwischen Dix und Deix
Die Bilder von Hardy Ecke, der u.a. einige Zeit als Trickfilmzeichner arbeitete, wecken beim Betrachter durch ihren spöttischen Duktus der Karikatur Assoziationen zu Werken von Otto Dix und Manfred Deix. Mittels klarer Konturen arbeitet er die charakteristischen Züge seiner Protagonisten heraus und lässt diese so zu Archetypen ihrer selbst werden.
Das Werk „Die dicke Gret“ beschreibt eine Szene aus Günter Grass’ Buch „Der Butt“. Die Tochter eines zum Tode verurteilten Aufständigen aus dem alten Danzig ist „btissin eines Klosters. Sie verspricht ihrem Vater, an den für seinen Tod Verantwortlichen grausam Rache zu nehmen. Grass lässt in seinem Buch die dicke Gret auf einer Sau zur Zubereitung des Henkersmahls reiten, an welchem ob ihrer Kochkünste auch die hohen Herren der Stadt teilnehmen. Da sich die „btissin an einem dieser Herren später im Liebesakt rächt, indem sie ihn unter ihrer stattlichen Leibesfülle ersticken wird, schien es dem Maler naheliegend, die dicke Gret halbnackt auf jener Sau darzustellen.
In „Der Schulfreund“ bezieht sich Ecke auf eine Feststellung von Heinz Rühmann aus Robert Siodmaks gleichnamigen Spielfilm von 1960. „Wer mit dem Teufel aus einem Topf essen will, muss einen langen Löffel haben, sonst verbrennt er sich den Mund. Und so einen langen Löffel gibt
es nicht.“ Rühmann verkörpert hier in dem nach einem Theaterstück von Johannes Mario Simmel geschriebenen Film einen kleinen Postbeamten, der ohnmächtig in die Mühlen der Machtapparate zweier Deutschlands gerät. Einst im Dritten Reich, um einer drohenden Todesstrafe zu entgehen, für unzurechnungsfähig erklärt, versucht er dies im Nachkriegsdeutschland wieder annullieren zu lassen.
Der in Berlin geborene Künstler Hardy Ecke absolvierte die Gutenberg-Fachschule für Grafik in Stuttgart. Dort arbeitete er für die Filmstudios „Plogstedt, Eckert und Armin Lang“. Bei der Firma E&S Computergrafik Stuttgart (heute Fred Schüle Medientechnik) war er bis 1990 als Art Director beschäftigt. Mit der Ölmalerei beschäftigt er sich seit 1986.


Kontakt:
hardy.ecke@gmx.de
www.hardy-ecke.de